When honesty becomes uncomfortable

Wenn Ehrlichkeit unbequem wird 

Im Gegensatz zum Song „Like A Drug“, bei dem es düster und dramatisch zugeht, wollten wir mit „Truth Teller“ bewusst mehr Groove, mehr Dynamik und auch verstärkt technische Elemente einbauen, die Torrential Rain ebenfalls ausmachen. Es ist kein Bruch mit dem, was wir sonst tun, sondern eher ein bewusster Perspektivwechsel, der genauso zu uns gehört wie unsere dramatische Seite. 

Inhaltlich bewegt sich der Song in einem Spannungsfeld, das viele kennen dürften. Es geht primär um das Gefühl, in Situationen zu geraten, in denen Ehrlichkeit auf Widerstand stößt. Situationen im Freundeskreis oder in der Familie, in denen man Dinge anspricht, die unangenehm sind, aber notwendig und man dadurch selbst in eine schwierige Rolle gerät. Der Song greift genau dieses Spannungsfeld auf: Den inneren Konflikt zwischen dem Wunsch, jemandem die Wahrheit zu sagen und helfen zu wollen und gleichzeitig die Konfrontation mit der Realität, dass diese Wahrheit nicht immer willkommen ist. Ehrlichkeit führt nicht automatisch zu Verständnis, sondern löst manchmal genau das Gegenteil aus. 

Interessanterweise ging der Songwriting-Prozess bei diesem Track ungewöhnlich schnell. Während manche Songs sich über Wochen oder sogar Monate ziehen, war Truth Teller innerhalb von ein bis zwei Wochen fertig. Für unsere Verhältnisse und der Komplexität dieses Songs ist das fast schon Highspeed. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, steckt unglaublich viel Detailarbeit dahinter. Es gibt viele kleine Elemente, die sich erst nach mehrmaligem Hören wirklich entfalten. Für Fans und Musikliebhaber, die auf modernen Metalcore stehen, der mehr ist als nur Pop mit Shouts gepaart mit harten Gitarren, ist dieser Song perfekt. 

Musikalisch ist es genau diese Mischung, die den Track für uns besonders macht. Auf der einen Seite stehen die technischen Parts, die komplexen Rhythmen und die härteren Passagen, die wir lieben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Elemente, die einfach hängen bleiben und zum Mitsingen animieren. Der Chorus ist ein gutes Beispiel dafür. Er ist eingängig, direkt und genau so aufgebaut, dass man ihn nach einmaligem Hören schon im Kopf hat. Für uns gehört er definitiv zu den stärksten Refrains, die wir bisher geschrieben haben. 

Auch auf technischer Ebene haben wir uns bei Truth Teller ein kleines Upgrade gegönnt. Zum ersten Mal bewegen wir uns in den Drop-E-Bereich, was dem Song nochmal eine ganz eigene Tiefe und Härte verleiht. Gleichzeitig bringt genau das auch neue Herausforderungen mit sich. Die Riffs, Rhythmen und Melodien auf einer 8-String sauber und präzise umzusetzen, ist alles andere als easy. Gitarren-Nerds wissen, wovon wir sprechen! Aber genau dieses Spielgefühl hat den Song für uns nochmal auf ein anderes Level gehoben. 

Am Ende ist Truth Teller für uns genau die Art von Song, die man einfach laufen lässt, im Auto laut aufdreht und dann nicht mehr skippt, weil er von Anfang bis Ende funktioniert. Der Kopf geht automatisch mit, ohne dass man groß darüber nachdenken muss. Und genau das war auch das Ziel. 

Das Musikvideo ist parallel zu „Like A Drug“ am selben Ort entstanden. Der Vibe des Songs hat so gut zur Kulisse gepasst, dass schnell klar war, dass wir diesen Ort auch für unsere nächste Single nutzen wollen. Dabei bringt sich „Truth Teller“ auf eine ähnliche, aber gleichzeitig ganz eigene Weise in das Setting ein. Die Umgebung bleibt gleich, aber die Wirkung ist eine andere, was ziemlich gut wiederspiegelt, worum es bei diesem Song geht. 

Mit „Truth Teller“ zeigen wir also nicht nur musikalisch eine andere Seite von uns, sondern greifen auch ein Thema auf, das oft näher ist, als man vielleicht denkt. 

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